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Die vier Säulen

Momentan passiert viel, sehr viel in meinem Leben. Ich bin viel unterwegs, habe Termine und treffe mich mit Freunden. Ich lebe und es fühlt sich okay an, das ist ein riesen Fortschritt und ich bin froh, dass ich die Schritte die ich derzeit bewältige, gehe. Ich habe endlich Aussichten auf eine Zukunft und plane diese und nicht mehr meinem Tod. Ich überlege viel, wen und was ich in meinem Leben, meinem Zukünftigen Leben, mitnehmen möchte und wen oder was nicht. Viele Menschen, Dinge und Hobbys stehen noch auf der Kippe, ich habe Angst mich falsch zu entscheiden. Ich will endlich leben und nicht mehr nur vor mich hin vegetieren und nur noch Leben, weil ich meinem Bruder nicht antuen möchte, dass seine Schwester sich umgebracht hat.

Mein Bruder ist der einzige Grund warum ich noch lebe und wieso ich mir das alles antue. Mittlerweile kämpfe ich aber auch für mich, weil ich mir mein Leben nicht nehmen lassen will, von dem was war. Es gibt viele Dinge, die ich noch sehen und erleben will. Ich habe Menschen, mit denen Leben Spaß macht und die mir zeigen wie toll es sein kann.

Da ist mein lieblings Psycho. Sie ist zwar auch krank und sieht viele Dinge wie ich, aber wenn wir unterwegs sind, dann fühlt es sich gut an. Wir gehen ins Tierheim oder in den Tierpark und für einen Moment, da sind alle Probleme weg. Die Welt hält kurz an und gibt uns einen Moment der Ruhe.

Da ist Änn. Sie ist mir in vielen Dingen recht ähnlich, grade was so Themen wie Kontakt zu anderen und Gefühle angeht. Wenn ich mit ihr rede fühle ich mich verstanden und wir können uns darüber austauschen, wie wir was machen und wann welches Gefühl eventuell gut ist. (Zum Thema Gefühle werde ich irgendwann mal einen extra Beitrag machen.)
Bei ihr ist es auch okay wenn ich mich mal nen Monat nicht melde und wir keinen Kontakt haben, gesehen habe ich sie z.b. das letzte mal im Januar.

Da ist Katuscha, die dieses Jahr schon 10 Jahre am meiner Seite ist und ich mich manchmal frage, wie sie das alles überhaupt mit mir aushält. Sie is mit mir durch viele Höhen und durch noch mehr Tiefen gegangen und war immer für mich da, auch wenn wir uns nur noch selten sehen. Früher haben wir uns jeden Tag gesehen, irgendwann wurde das etwas viel und wir brauchten eine Pause von einander. Diese Pause hat uns ziemlich gut getan und in einer echten Freundschaft gibt es nicht, was sich nicht durch ein bisschen Abstand und ehrliche Gespräche regeln lässt. Ich muss sagen, die letzten 3-4 Jahre ging es mir besser mit dieser Freundschaft, wie davor. Das heißt nicht, das es davor schlechter war, aber wenn man sich jeden Tag sieht und ständig aufeinander hängt, dann geht man sich irgendwann auch auf die Nerven und zieht einfach auch an den Kräften von beiden Seiten. Um so mehr freue ich mich, wenn wir uns dann mal treffen und essen gehen oder selber kocht, ich für meinen Teil genieße das viel mehr, wie früher.

Und dann ist da noch Laura, die in meinen Texten ja schon öfters mal vor kam. Laura kenne ich jetzt auch ca 10 Jahre und im Laufe der Zeit, ist sie mir richtig ans Herz gewachsen. Früher hatten wir nicht so viel miteinander zutun und kannten und nur, weil wir in einer Mannschaft waren. Das hat sich Gitte sei dank geändert und sie zählt schon seit einigen Jahren zu den Menschen, denen ich vertraue und mit denen ich über alles reden kann. Laura ist ein herzensguter Mensch, was sie aller spätestens 2014 bewiesen hat. Einen Tag bevor ich in die Klinik gegangen bin, stand sie plötzlich vor meiner Haustür und hat sich noch mal von mir verabschiedet und mir Schokolade mitgebracht und eine Statur, die sie mir für die Zeit geliehen hat, die eine wichtige Bedeutung hatte. Ich hab an dem Tag Rotz und Wasser geheult und da wirklich begriffen, was für ein wichtiger Mensch Laura in meinem Leben geworden ist. Sie schafft es mich immer aufzubauen, mich zum Lachen zu bringen und abzulenken. Ich kann mich bei ihr über alles auskotzen und mich aufregen und fünf Minuten später stehen wir auf einer Wiese und spielen und lachen mit Janosch oder sitzen in der Küche und reden über dies und das.

Diese vier Menschen, sind meine besten Freundinnen und die wichtigsten Menschen in meinem Leben, gemeinsam mit meinem Bruder. Ich würde jeder von ihnen mein Leben anvertrauen, okay bei meinem lieblings Psycho nicht immer, beim Autofahren mit ihr habe ich etwas Angst, aber sonst schon. Ich weiß, dass ich mich immer auf sie verlassen kann und jede hat immer einen guten Rat für mich. Bei Ihnen fühle ich mich wohl und nicht wie die gestörte Kranke die keiner haben will, bei Ihnen fühle ich mich wie ein Mensch.

Diese vier Frauen, sind meine Stützen, die Säulen die mich über Wasser halten und mein Bruder ist mein Anker, der mich am Boden und im Leben hält.

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Ein Tag mit Laura und Janosch

Nach dem ganzen Stress der letzten Tage und dem Stress der die nächste Zeit noch kommen wird, bin ich froh wenn ich einfach mal etwas entspannen, lachen, einen Hund um mich rum hab und mit einer meiner engsten Freundinnen reden kann.


Gestern war so ein Tag und ich habe mich mit Laura getroffen, um mit Janosch spazieren zu gehen und mal wieder ausgiebig miteinander reden zu können. Janosch ist mal wieder total ausgerastet, als ich ankam und kam mir schon im Flur entgegen gestürmt, was mich zum Lachen brachte, denn eigentlich soll er sich in der Wohnung ablegen und warten bis er den Besuch begrüßen kann, klappt nur leider nicht wenn ich da bin. 


Dieses Mal sind wir eine andere Strecke gelaufen und haben uns auf eine kleine Insel gesetzt und Janosch  durfte im Wasser mit seinem Ball spielen. Auf der Insel könnte man gut sitzen und sich ungestört unterhalten. Janosch hat zwischendurch für Abkühlung gesorgt, indem er sich direkt vor mir geschüttelt hat und ich hinterher gefühlt nasser war wie er. Als Laura sich auf dem kleinen Steg, auf den sie saß umdrehte, währe sie fast ins Wasser gefallen, was aber leider doch nicht passiert ist. Zwischendurch kam Janoschs geliebter Ball abhanden und es gab großes Gejammer seinerseits, da er ihn wieder haben wollte. Wir dachten schon, dass sein Ball für immer verloren ist, doch einen letzten Rettungsversuch startete der gute Hund nochmal und schaffte es, das Bällchen zu retten. 


An einer anderen Stelle im Fluss, fand Laura diese Muscheln und Stein 44, der eigentlich ein Angelgewicht ist. Danach haben wir uns dann langsam auf den Rückweg gemacht, denn es hat sich um uns herum doch schon recht zugezogen und es sah sehr nach Regen aus. 


Im Gegensatz zu den letzten Spaziergängen, hat Janosch recht gut gehört, dann kamen uns allerdings vier Hunde entgegen, von denen drei große Hündinnen waren und Janosch musste erstmal einen auf dicken Macker machen und hat angefangen zu bellen. Laura und ich sind dann weiter gegangen, aber Janosch wollte erst nicht wirklich mitkommen, als er sich dann doch dazu bequemt hat mitzukommen, hat Laura mir noch einen Trick gezeigt, den ich noch nicht kannte. Janosch musste ihr ein Leckerchen von der Nase nehmen, das Lustigste an dem Trick war Laura die auf einem Seitenstreifen im Gras lag, wobei ich den Trick schon toll fand, würde ich das mit Zottel machen, wäre meine Nase weg. 


Wieder bei Laura angekommen, saßen wir noch eine Weile auf dem Balkon und haben gequatscht. 

Es tat unglaublich gut, einfach mal wieder mit ihr reden zu können. Laura ist einer von ganz wenigen Menschen, bei denen ich 100% ich sein kann und mit der ich über alles reden kann. Wenn ich bei ihr bin, bin ich komplett ausgelassen und komme einfach runter, ich kann mal den ganzen Stress vergessen und das tut unglaublich gut. Eigentlich, ist bei Laura, ein sicher Ort für mich. 

Ich freue mich darauf, dass wir uns jetzt auch wieder öfters sehen können. 

Die Muscheln und Stein 44, haben in Zukunft einen Platz in meinem Regal, als Erinnerung an den Tag und an gute Freunde. 

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Wo ist Lala?

In letzter Zeit bin ich öfters gefragt worden, warum es so still um mich geworden ist und ich nichts mehr von mir hören lasse oder Beiträge veröffentliche. Ich denke es ist an der Zeit diese Fragen zu klären.

Momentan verändert sich einiges in meinem Leben und es findet ein großer Wechsel an Menschen statt, die an meinem Leben teilhaben. Ich musste mich in den letzten Monaten und grade in den letzten Wochen von einigen Menschen trennen, bei einigen leider und bei anderen zum Glück. Dafür kommen aber auch wieder neue Menschen in mein Leben und einige davon, werden in Zukunft sehr wichtige Rollen in meinem Leben spielen.  Weiterlesen „Wo ist Lala?“

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Das Eis kehrt zurück 

Ich möchte weinen, schreien, rennen und doch sitze ich nur stumm da. Die Gefühle und Gedanken zerreißen mich und doch bin ich irgendwie leer. Es tut furchtbar weh, dabei ist alles Taub und ich spüre nichts. Da ist so viel und doch so wenig. So viele Gefühle und plötzlich ist alles wieder weg. Leere. Kälte. Eine dicke Schicht Eis legt sich über alles und lässt die kleinen Blumen sterben, die grade erst das Leben entdeckt haben. In mir drin fängt die Eiszeit wieder an und ich kann nur zusehen und nichts dagegen tun, bin dem hilflos ausgeliefert. 

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Freundschaft und innerliche Leere

Ich befinde mich grade auf dem Weg nach Winterswijk und dachte mir ich nutze die Fahrt, um mich mal wieder zu melden. In letzter Zeit fühle ich mich innerlich taub und merke, dass ich mich von meinen Gefühlen distanziere. Ich bin leer und ich habe einfach keine Kraft mehr, alles kommt irgendwie zum Stillstand. Weiterlesen „Freundschaft und innerliche Leere“

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Von guten Freunden und wie ich auf mich selbst achte

Seit Wochen gehe ich wieder in die Vermeidung, wenn es um Kontakt zu anderen Menschen und das Haus verlassen geht. Ich Igel mich komplett ein und gehe nicht mal mehr zu meiner Mannschaft, obwohl ich sonst jede Chance genutzt habe bei ihnen zu sein. Ich weiß nicht irgendwie mache ich derzeit große Rückschritte und das ist nicht gut. Weiterlesen „Von guten Freunden und wie ich auf mich selbst achte“

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Sudhaus Kassel: Von guten Essen und einem entspannten Abend

Am Donnerstag hatte mein Bruder Geburtstag und wir sind Abend essen gegangen, in einem Restaurant, wo ich noch nicht war. Das bedeutet immer viel Stress, da ich nicht weiß wie weit die Tische auseinander stehen, was für Menschen dort essen gehen oder Arbeiten und einige andere Dinge. Essen gehen oder weggehen ist mit mir ja eher schwierig wegen Panikattacken und sowas in die Richtung. Weiterlesen „Sudhaus Kassel: Von guten Essen und einem entspannten Abend“